Historisches aus dem Buch „Europa 1914 – 2014 Europa“

Verlag EUROPASTUDIEN

Autoren Dr. Johannes Ausserladscheiter und Martin Peter Reiter

Kurze Geschichte Europas bis ins Mittelalter

imageÄlteste Nachweise von Vertretern der Gattung Homo in Europa stammen derzeit aus der Sierra de Atapu

erca in Spanien und sind bis zu 1,2 Mio. Jahre alt. Noch ältere Fossilfunde aus Georgien (außerhalb der heute gültigen Grenzen Europas) sind 1,8 Mio. Jahre alt und werden als „Homo georgicus“ bezeichnet. Im nordalpinen Europa beginnt der älteste Besiedlungshorizont mit Ho

mo heidelbergensis vor ca. 600.000 Jahren. Die Zuordnung der Funde zu einer eigenständigen Art ist allerdings umstritten; viele Paläoanthropologen bezeichnen die Angehörigen der ersten Auswanderungswelle aus Afrika (Out-of-Africa-Theorie) einheitlich als Homo erectus, der vor ca. 1,8 Mio. Jahren bereits Java besiedelt hatte.
Während die Entwicklung des Homo sapiens vor ca. 160.000 Jahren in
Afrika ihren Ausgang von den dort verbliebenen Populationen des Homo erectus nahm, wurde Europa zur Domäne des hier aus Homo erectus bereits entstandenen Homo heidelbergensis und des aus diesem hervorgegangenen Neandertalers. Erst vor ca. 35.000 Jahren gelangte Homo sapiens in einer zweiten Auswanderungswelle der Gattung Homo nach Europa und ersetzte nach und nach den Neandertaler. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.
Für Nordeuropa waren mehrere Eiszeiten für die weitere Entwicklung vor allem der geologischen Formationen bestimmend. Diese Vereisungen betrafen das heutige Skandinavien, Island, Irland, den Norden Deutschlands, Polens und Russlands. Die letzte Hauptvereisungszeit dauerte etwa von 23.000 bis 8000 v. Chr. Im Wesentlichen werden unterschieden: Weichseleiszeit (etwa vor 70.000 Jahren), Saaleeiszeit (etwa vor 280.000 Jahren) und Elstereiszeit (etwa vor 500.000 Jahren).
Hinweise auf dauerhafte Siedlungen des Menschen (Homo sapiens) gibt es von 7000 v. Chr. an.
Bei Ausgrabungen längs der Lahn in Wetzlar-Dalheim wurden größere, 7000 Jahre alte Siedlungsreste einer Bandkeramiker-Kultur gefunden. Die Fachwerkhäuser haben einen je 30 Meter langen Grundriss. Sie werden von einem rund zwei Meter tiefen Graben sowie einem vorgelagerten Wall geschützt. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung bestanden zwei voneinander unabhängige Brunnen innerhalb der Befestigung.
In der Zeit vor 5000 v. Chr. lebten die Menschen meist nomadisch in kleinen Sippen von etwa 20 Personen als Jäger und Sammler.

Autor Dr. Johannes Ausserladscheiter, European Court Experts

Autor Dr. Johannes Ausserladscheiter, European Court Experts

 

In einer langen Entwicklung, beginnend im 9. Jahrtausend v. Chr., begann sich im „Fruchtbaren Halbmond“ die Landwirtschaft zu entwickeln. Diese Entwicklung, auch als „Neolithische Revolution“ bezeichnet, verbreitete sich im 8. Jahrhundert v. Chr. nach Kleinasien, von dort in alle nördlichen Richtungen. Nach Westen verlief diese Ausbreitung entlang der Küsten des Mittelmeeres, nach Nordwesten entlang der Donau ins westliche Mitteleuropa. Nach Nordosten um oder entlang der Küsten des Schwarzen Meeres. Die Ausbreitungswege nach Osten sind bisher wenig erforscht.
Um 1800 v. Chr. setzte sich die Bearbeitung von Bronze durch. Gleichzeitig strebten in immer neuen Wellen Völker aus den Tiefen der sibirischen Steppe nach Europa (Kimmerier, Skythen).
Etwa um 800 v. Chr. begannen die Menschen in Mitteleuropa mit der Verhüttung von Eisen (Eisenzeit). Träger waren die den Illyrern und Kelten zugeschriebenen Kulturen der Hallstattzeit und der Latènezeit. Die erste Hochkultur in Europa war die der Minoer und Achäer auf der Insel Kreta sowie dem nahe gelegenen Griechenland, die um 2000 v. Chr. begann. Etwa zur gleichen Zeit breiteten sich die Kelten über Mitteleuropa bis nach Spanien und die heutige Türkei aus. Da sie keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterließen, ist das Wissen über sie nur bruchstückhaft.

Die Römer begegneten ihnen und schrieben etliches über sie nieder. Diese Aufzeichnungen und archäologische Grabungen bilden den Kern unserer Informationen über diese sehr einflussreiche Kultur. Die Kelten stellten einen gigantischen, wenn auch wenig organisierten Gegner für die Römer dar. Später eroberten und kolonialisierten die Römer große Teile Südeuropas.
Griechen
Am Ende der Bronzezeit brachen die älteren griechischen Königreiche zusammen und eine neue Zivilisation erwuchs an ihrer Stelle. Die griechische Zivilisation war eine Ansammlung von Stadtstaaten (Poleis), die bedeutendsten davon waren Athen und Sparta. Unter den Stadtstaaten gab es viele verschiedene Regierungsformen und Kulturen, welche neue Formen der Regierung hervorbrachten und Philosophie,Akropolis in Athen
Wissenschaft, Politik, Sport, Theater und Musik weiterentwickelten. Die hellenischen Stadtstaaten gründeten viele Kolonien an den Küsten des Mittelmeeres, vor allem im Gebiet der heutigen Türkei, auf Sizilien und in Süditalien. Im 4. Jahrhundert v. Chr. jedoch wurden diese Kolonien zu einer leichten Beute für König Philipp II. von Makedonien, da die Stadtstaaten durch Kriege untereinander geschwächt waren. Die Feldzüge von Philipps Sohn, Alexander dem Großen, verbreiteten die griechische Kultur nach Persien, Ägypten und Indien, brachten die Griechen aber auch in Kontakt mit dem Wissen dieser Länder, wodurch eine neue Entwicklung, der Hellenismus, entstand.
Römer
Nach der Königszeit wandelte sich Rom (der Sage nach um 509 v. Chr., wahrscheinlich jedoch erst im frühen 5. Jahrhundert v. Chr.) zu einer
Republik. Rom übernahm viel vom Wissen der Griechen, als es sich von Italien her ausbreitete. Die Römer nutzten es zu ihrem Vorteil, dass ihre Gegner nicht in der Lage waren, sich gegen Rom zu vereinigen. Die einzige wirkliche Gefahr für Roms Aufstieg kam von der phönizischen Kolonie Karthago. Mit der entscheidenden Niederlage Karthagos am Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. stieg Rom endgültig zur unbestrittenen Vormacht im westlichen Mittelmeerraum auf. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. weitete Rom seine Einflusssphäre auf die hellenistischen Mächte im Osten aus. Die Republik wurde nach fast hundert Jahren Bürgerkriegen gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. unter Augustus zum römischen Kaiserreich (Prinzipat) umgestaltet.

Autor Martin Peter Reiter

Autor Martin Peter Reiter, Historiker

Das Imperium hatte sein Zentrum am Mittelmeer und kontrollierte alle Länder, die ans Mittelmeer grenzten. Unter Kaiser Trajan erreichte das Römische Reich im 2. Jahrhundert seine größte Ausdehnung; England, Rumänien und Teile Mesopotamiens waren Teil des Reichs.

Der Augusteische Frieden, der auch als Pax Romana bezeichnet wurde, wurde in der Reichskrise des 3. Jahrhunderts durch Bürgerkriege geschwächt. Darauf gelang es Kaiser Diokletian, das Imperium durch Verwaltungsreformen entscheidend zu stabilisieren, und es begann die Spätantike. Sein Nachfolger Konstantin förderte das Christentum, das unter Theodosius I. Ende des 4. Jahrhunderts zur Staatsreligion im Imperium erhoben wurde. Es kam zur Ausbildung der Reichskirche, wenngleich immer wieder theologische Konflikte ausgetragen werden mussten.
Im Jahr 476, nach wiederholten Invasionen germanischer Stammesver- bände in der Endphase der Völkerwanderung, kam es zum Untergang des Weströmischen Reiches. Nach dem Ende der Antike bestimmten mehr oder weniger langlebige Neubildungen verschiedener Reiche die historische Landschaft in Westeuropa. Das hellenistisch geprägte Oströmische Reich, nach seiner Hauptstadt Byzanz auch Byzantinisches Reich genannt, konnte sich hingegen noch ein weiteres Jahrtausend bis zur Eroberung seiner Hauptstadt 1453 halten.
Im 7. Jahrhundert brachte die Ausbreitung der Araber die islamische Kultur an die Mittelmeerküsten, von Kleinasien über Sizilien bis nach Spanien. Dies bedeutete das endgültige Ende der Antike, wobei die Epochengrenze zwischen Spätantike und Frühmittelalter fließend ist. Eine Invasion nördlich der Pyrenäen wurde durch Karl Martell in der Schlacht von Tours und Poitiers zurückgeschlagen.

 

PRESSE, EUROPAWAHLEN

 

Buch " Europa 1914 - 2014 Europa" Dr. Johannes Ausserladscheiter, Martin Reiter

Buch “ Europa 1914 – 2014 Europa“ Dr. Johannes Ausserladscheiter, Martin Reiter

Buchpräsentation in Brüssel

Buchpräsentation in Brüssel

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Minister DI  Andrä Rupprechter, Autor Dr. Johannes Ausserladscheiter, Breitband Experte Joseph Miedl MBA, Autor Martin Reiter

Minister DI Andrä Rupprechter, Autor Dr. Johannes Ausserladscheiter, Breitband Experte Joseph Miedl MBA, Autor Martin Reiter

Buchautoren und Verleger, Dr. Ausserladscheiter und Reiter

Buchautoren und Verleger, Dr. Ausserladscheiter und Reiter

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EU Konsulent Dr. Ausserladscheiter, Europäischer Militärattaché Anton Resch, Minister Andrä Rupprechter, Buchautor Martin Reiter

EU Konsulent Dr. Ausserladscheiter, Europäischer Militärattaché Anton Resch, Minister Andrä Rupprechter, Buchautor Martin Reiter

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Dr. Fischler, Dr. Ausserladscheiter

Dr. Fischler, Dr. Ausserladscheiter

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European Court Experts, Europawahlen 2014

European Court Experts, Europawahlen 2014

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Interview mit EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter

Interview mit EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter

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EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter

EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter

EU Experte Dr. Johannes Ausserladscheiter

EU Experte Dr. Johannes Ausserladscheiter

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Ausserladscheiter, Fischler

Ausserladscheiter, Fischler

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EU Experte Dr. Johannes Ausserladscheiter

EU Experte Dr. Johannes Ausserladscheiter

Franz Fischler und Johannes Ausserladscheiter

Franz Fischler und Johannes Ausserladscheiter

Dr. Johannes Ausserladscheiter, European Court Experts: Europawahlen, Analysen und Einschätzungen

Dr. Johannes Ausserladscheiter, European Court Experts: Europawahlen, Analysen und Einschätzungen

Working Group Brussels: EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter und EU Kommissar Dr. Franz Fischler

Working Group Brussels: EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter und EU Kommissar Dr. Franz Fischler

EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter im Interview

EU Konsulent Dr. Johannes Ausserladscheiter im Interview

Europa 1914 – 2014 Europa. Neues Buch von Johannes Ausserladscheiter und Martin Reiter

imageEuropa 1914 – 2014 Europa
Das heute vereinte Europa war jahrhundertelang eine Utopie, die sich seit der Zeit der Griechen und Römer, über das Mittelalter bis zur Neuzeit wie ein roter Faden durch die Ideengeschichte zog. Es war Immanuel Kant, der im 18. Jahrhundert mit seinem berühmten phi- losophischen Entwurf „Zum ewigen Frieden“ den Aufbau einer völker- rechtlichen Ordnung in Form eines Völkerbundes forderte. 1930 tritt ein Österreicher, Richard Coudenhove-Kalergi, mit seinem „Entwurf für einen paneuropäischen Pakt“ für einen europäischen Staatenbund ein. Allgemein bekannt ist auch die Zürcher Rede von

Autor Dr. Johannes Ausserladscheiter

Autor Dr. Johannes Ausserladscheiter

Winston Churchill im Jahre 1946, in der er eine Art „Vereinigte Staaten von Europa“ (interes- santerweise ohne Großbritannien) vorschlägt.
Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach dem Zusam- menbruch des alten Europa durch die beiden Weltkriege wurden die Voraussetzungen für die Neugestaltung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit in Europa und der Welt geschaffen und die Idee eines vereinten Europa zur politischen Wirklichkeit. Es entstanden die Vereinten Nationen, der Europarat, die Nato, die Europäische Union und die Westeuropäische Union, der Warschauer Pakt, Comecon, die KSZE/OSZE.

Die Einigung Europas, die wir heute in vieler Hinsicht erreicht haben, war die Antwort auf Fragen, die sich heute für viele Europäer aus Ost und West gar nicht mehr stellen. Die Versöhnung zwischen Ost und West hat stattgefunden, Ost- und Westeuropa sind vereint, der Friede im gemeinsamen Haus Europa scheint gesichert. Dieses Buch beschreibt die Entwicklung Europas vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zum heutigen „Friedensprojekt EU“.
Dr. Johannes Ausserladscheiter & Martin Peter Reiter

 

Ein Europa der Freiheit und der Solidarität
Von José Manuel Barroso Präsident der Europäischen Kommission
Europa steht vor schwierigen Entscheidungen in der heutigen, von gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Welt: Entweder wir versuchen gemeinsam, mit den Herausforderungen fertig zu werden oder wir verdammen uns selbst zur Bedeutungslosigkeit. Ich werde meine Anstrengungen zur Verwirklichung eines ehrgeizigen Europas verdoppeln, das den Menschen in den Mittelpunkt der Politik stellt und sich weltweit für europäische Werte und Interessen stark macht: ein Europa, das neue Wachstumsquellen fördert und eine intelligente, den Menschen zugute kommende Regulierung gesunder Märkte vorantreibt – ein Europa der Freiheit und der Solidarität.

Autor Martin Peter Reiter

Autor Martin Peter Reiter

Ich möchte in enger Zusammenarbeit mit dem Parlament zu einem blühenden, sicheren und nachhaltigen Europa beitragen, das auf den Stärken seines erweiterten Binnenmarkts, des Euro und des europäischen Gesellschaftsmodells aufbaut. Europa braucht in diesen stürmischen Zeiten eine Agenda für den Wandel. Die dafür nötige kritische Masse kann Europa nur durch Zusammenarbeit erreichen. Wir müssen uns entscheiden: Entweder wir gestalten gemeinsam die neue Ordnung, oder aber Europa verliert seine Bedeutung.
In meiner ersten Amtszeit ging es um die Konsolidierung des Europas der 27. Dank der Erweiterung der EU können wir nun unser Potenzial und unsere Stärken optimal einsetzen. Wir sind nun in der Lage, mit Überzeugung und Entschlossenheit in eine neue Phase des Projekts „Europa“ einzutreten.
Wir müssen die gegenwärtige Lissabon-Strategie überarbeiten, um auch den Zeitraum nach 2010 zu berücksichtigen, indem wir aus ihr eine Strategie für Konvergenz und Koordinierung machen, damit wir zu dieser integrierten Vision der EU im Jahr 2020 gelangen. Hierzu bedarf es sowohl unmittelbaren als auch langfristigen Handelns:
Bewältigung der Krise, Übernahme der Vorreiterrolle im Klima- schutz, Erschließung neuer Quellen für nachhaltiges Wachstum und sozialen Zusammenhalt, Voranbringen des Europas der Bürger, Einleiten einer neuen Ära für ein global orientiertes Europa.
Die momentane Priorität besteht darin, weiterhin die Nachfrage zu stützen und der steigenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Dies wollen wir erreichen durch eine energische Umsetzung des Europäischen Konjunkturprogramms, indem wir die Zinsen niedrig halten und unsere Vorschriften für staatliche Beihilfen dazu nutzen, die Regierungen in ihren Bemühungen um eine Wiederbelebung der Wirtschaft zu unterstützen, ohne dass sich dies nachteilig in anderen Mitgliedstaaten auswirkt. Es ist zu früh, um diese Ankurbelungs- und Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft und den Finanzsektor auslaufen zu lassen, aber wir müssen bereits jetzt eine Ausstiegsstrategie erarbeiten.
imageUnter meiner Leitung wird die Kommission alle vertragsgegebenen Möglichkeiten nutzen, um zu einer stärkeren Annäherung der Ziele und zu einer stärkeren Kohärenz der wirtschaftspolitischen Effekte, insbesondere im Euro-Gebiet, zu gelangen. Eine engere Koordinierung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausstiegsstrategie.
Europa muss aus der gegenwärtigen Krise mit der Zuversicht hervorge- hen, dass es über ein ethisch gefestigteres, widerstandsfähigeres und verantwortungsvolleres Finanzsystem verfügt.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat uns ebenso wie der wissenschaftliche Nachweis des Klimawandels vor Augen geführt, dass wir mehr in Nachhaltigkeit investieren müssen. Es geht dabei nicht nur darum, die Weichen für die Zukunft unseres Planeten richtig zu stellen – Europa wird aus Investitionen in CO2-arme Technologien auch enormen Nutzen
für künftige Arbeitsplätze und Wachstum ziehen. Aus der Bekämpfung des Klimawandels und der Ausrichtung auf eine CO2-arme Wirtschaft erwachsen ungeahnte Möglichkeiten. Gleichzeitig wird unsere Energie- versorgungssicherheit erhöht.
Vorteile für Ersteinsteiger können erzielt werden, indem das Potenzial umweltfreundlicher Unternehmen, Dienstleistungen und Technologien in der EU dadurch ausgeschöpft wird, dass deren Übernahme durch Unternehmen, insbesondere KMU, gefördert und das entsprechende Regelungsumfeld geschaffen wird. Industrieanlagen, die modernisiert werden, um umweltfreundliche Technologien zu nutzen und zu produzieren und darüber hinaus energieeffizient arbeiten, sind der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum in Europa.
Die neue Kommission muss den Schwung nutzen, um zu einer CO2- armen Wirtschaft zu gelangen, insbesondere zu einer Verringerung des Kohlenstoffgehalts in der Stromversorgung und im Verkehrssektor – und hierzu zähle ich alle Verkehrsmittel, auch den See- und Flugverkehr sowie die Entwicklung sauberer und Elektro-Autos.
Wir können uns nicht auf Dauer auf kurzfristige Impulse verlassen. Es werden neue nachhaltige Wachstumsquellen gebraucht.
Um zu gewährleisten, dass die EU dieses Wandlungspotenzial nutzt und auch 2020 ein attraktiver Industriestandort ist, brauchen wir einen neuen Ansatz für unsere Industriepolitik – mit Schwerpunkt auf den für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie auf den Weltmärkten notwendigen Aspekten, d.h. Nachhaltigkeit, Innovation und Qualifikation. Ich setze mich aktiv dafür ein, unnötigen Verwaltungsaufwand zu beseitigen und den Unternehmen die für langfristige Investitionen nötige Rechtssicherheit zu bieten.
Die neue Kommission muss die Forschungspolitik der EU auf eine neue Stufe heben und sie als Antriebskraft für eine nachhaltige Entwicklung nutzen.

Wir müssen sicherstellen, dass unsere Werte wie soziale Eingliederung, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit in die neue Agenda übernommen werden. Wir werden nicht zulassen, dass grundlegende soziale Rechte wie das Koalitions- oder das Streikrecht, die für das europäische Gesellschaftsmodell essentiell sind, ausgehebelt werden. Und auch wenn durch die Globalisierung unsere Wettbewerbsfähigkeit unter Druck gerät, dürfen wir keinesfalls unsere Standards senken. Stattdessen müssen wir unsere Partner davon überzeugen, im Interesse ihres eigenen Wohlergehens vergleichbare Standards anzunehmen und auch künftig in allen Teilen der Welt für menschenwürdige Arbeit und angemessene Arbeitsbedingungen eintreten.
Offene Märkte sind ausschlaggebend dafür, dass Europa in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. Hierbei geht es nicht um irgendwelche politischen Präferenzen, sondern um unser ureigenes Interesse als weltweit größter Exporteur.
Wir müssen daher stärker als bisher alle Register unserer Außenpolitik ziehen, um so mit „sanfter Gewalt“ solide Ergebnisse für die EU- Unternehmen und -Bürger zu erzielen. Das europäische Interesse muss in kohärenter Weise entschlossen geschützt und gefördert werden.
Die neue Kommission wird eine „Europäische Digitale Agenda“ (mit einem entsprechenden Legislativprogramm) erarbeiten, um die Haupthemmnisse für einen echten digitalen Binnenmarkt zu beseitigen, Investitionen für das Hochgeschwindigkeits-Internet zu fördern und eine inakzeptable „digitale Kluft“ zu verhindern.
Eines der nächsten großen europäischen Projekte ist die Schaffung eines europäischen Supernetzes für Strom und Gas.

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Der Vertrag von Lissabon vermittelt uns das Instrumentarium, um eine neue Ära der weltweiten Projektion europäischer Interessen einzuleiten. Ich werde dafür sorgen, dass sich die Kommission, die so viele wesentliche Maßnahmen im Außenbereich voranbringt, voll dafür einsetzt, dass die Gelegenheit genutzt wird, Europa zu dem Einfluss zu verhelfen, der ihm weltweit zukommt. Wir dürfen die Außenbeziehungen heute nicht mehr als völlig eigenständigen Bereich ansehen, sondern als Bestandteil unserer Bemühungen, unsere internen politischen Ziele zu erreichen. Angesichts der neuen Prioritäten wird auch eine grundlegende Reform des EU-Haushalts erforderlich sein.
Unsere Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank und dem Privatsektor sollte enger werden und von größerer Vorstellungskraft geprägt sein.
Die Kommission wird außerdem einen neuen Rahmen für öffentlich- private Partnerschaften vorschlagen, um zur Maximierung der In- vestitionen in den kommenden Jahren verschiedene Finanzierungs- quellen zusammenzuführen.